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26.6.16 - 13:49 Von admin E-Mail @ Autor

Bienenweide am Stradenberg.

hochgeladenes BildBienen ein Teil im Ökosystem: Weingut Franz Triebl und Michael Amschl für Wiederaufbau des gesamten Ökosystems als Schlüssel im Weingarten.

Das Weingut Triebl in St. Anna/ Aigen sieht den ganzheitlichen Wiederaufbau eines intakten
Ökosystems als Schlüssel, die Biene als einen von vielen Nützlingen zu schützen. Das Weglassen von Herbiziden und Insektiziden ist nur die Spitze des Eisbergs, denn die Honigbiene ist neben zahlreichen Nützlingen Würmer, Ameisen, Vögeln, Schmetterlinge, Marienkäfer und viele mehr sowie wichtigen Bodenlebewesen ein Teil des Ökosystems,
das ganzheitlich gesund sein muss, um zu funktionieren.
Nützlinge: Sie sind Teil dieser biologischen Vielfalt und kommen ganz von alleine in unsere Weingärten, wenn man sie nur lässt. Sie helfen uns, unsere Rebstöcke und Böden gesund zu halten.

Ein Startsignal für ein Miteinander zwischen Landwirtschaft und Imkerei.
Der Winzer Franz Triebl geht mit seinem Nachbar Michael Amschl in St. Anna/ Aigen in der Lage Stradenberg einen ganzheitlichen Weg, um ein gesundes Ökosystem
aufzubauen, in dem sich das Verhältnis von Nützlingen und Schädlingen selbst regulieren kann. Die Honigbiene ist dabei genau so wichtig wie viele Wildbienenarten, Wanzen- und Wespenarten, sowie Bodenlebewesen wie etwa der Regenwurm. Franz Triebl sieht den Wiederaufbau des gesamten Ökosystems als Schlüssel für eine nachhaltige Produktion von Lebensmitteln und schafft in seinen Weingärten Bedingungen, die ein natürliches Lebensumfeld für Bienen ermöglichen.

So hat die Familie Triebl mit seinem Nachbar Michael Amschl tatkräftige Unterstützung geholt. Denn Michael nennt 3 Bienenvölker sein eigen und orientiert sich an der Physiologie der Biene und nicht am Ertrag. Sie ist arbeitsextensiv und fördert die Immunkräfte der Völker.

Fragt man Michael, wie man Bienen sicher und ohne viel Aufwand helfen kann, fällt der Begriff „ Bienenweide“. Mit Bieneweide sind Pflanzen gemeint, die den Bienen Nektar oder Pollen als Nahrung bieten. Das Angebot solcher Bienenblütenpflanzen sollte vom Frühjahr bis in den Herbst hinein geschafft werden.

Mit der Initiative “Bienenweide Weingarten in der Lage Stradenberg” versuchen Franz und Michael, Blühflachen für Bienen und bestäubende Insekten zwischen den Rebzeilen anzulegen und wollen zeigen, dass eine nachhaltige Landwirtschaft und Biodiversität nebeneinander möglich ist.

Getreide, Mais, Raps, Obst, Wein – damit weiß ein Landwirt umzugehen. Eine eher neue und exotische Kultur sind Blühstreifen und Blühflächen.

Durch die radikale Änderung in der Arbeits- und Bewirtschaftungsweise der Landwirtschaft ging auf vielen Grünflächen das Nahrungsangebot und somit die Lebensgrundlage für die Bienen, Insekten, Singvögel und sonstiges Kleingetier unwiderruflich verloren. Die Rodungen von Gebüschstreifen und Hecken und auch einseitige Entwicklungen in der Gartengestaltung (Thujenzäune, sonstiges Immergrün) tragen auch das Ihre zu dieser Entwicklung bei. Der Wunsch nach pflegeleichter Bepflasterung im Vorgarten oder Grünzäune steht gänzlich gegen die Ansprüche der Bienen. Der von vielen geschätzte Englische Rasen ist für Bienen ohne jeden Wert. Vielerorts müssen Gartenbesitzer feststellen, dass sogar im Frühjahr keine Bienen mehr in den Obstbäumen zu beobachten sind. Ziel ist es, ein Umdenken im Umgang mit den Pflanzen, Büschen und Bäumen herbeizuführen, sinnlose „Flurbereinigungen“ zu stoppen, und durch die richtige Pflanzenwahl in den angeführten Bereichen, den Insekten, Singvögeln usw. , wieder Lebensraum zurückzugeben.

Besonders davon betroffen sind wir die vielen Standimker in den ländlichen Siedlungsgebieten, die besonders im Flachland von diesen Agrarwüsten (Ackerbau) umgeben sind und keine nennenswerten Ganzjahres Blühgebiete in unmittelbarer Nähe haben. Diese vielen kleineren Standimkereien sind es aber, die derzeit noch die flächendeckende Bestäubung der blühenden Kulturen ermöglichen.

Was kann die Landwirtschaft bieten – gibt es für Sie viele Möglichkeiten, für Bienen etwas Gutes zu tun und damit die Situation der Blütenbesucher insgesamt zu verbessern, ohne dass der Landwirt wirtschaftliche Einbußen hinnehmen muss.

Heute verwandeln sich jedes Jahr im Frühjahr moderne Monokulturen zwar für etwa drei Wochen in ein Blütenmeer. Das verzaubert uns, während Bienen hier bei schönem Wetter ihrer Arbeit nachgehen müssen. Oft werden alle anderen Blütenpflanzen – wenn sie überhaupt vorhanden sind - darunter abgemäht, um die Bienen auf die Blüten zu konzentrieren. Nach dem Abblühen gehen die Bienen leer aus, wenn nicht gezielt andere Blühaspekte geschaffen werden.

Leider wird in vielen Gärten durch die Gestaltung, Pflanzenauswahl und Pflege den Bienen überhaupt nichts geboten. Dabei könnte jeder Gartenbesitzer viel für die Honigbiene und Wildbienen tun. Honigbienen und viele wildlebende Insektenarten spielen durch die Blütenbestäubung eine zentrale Rolle, wenn es um die Sicherung unserer Nahrungsgrundlagen und die Bewahrung der biologischen Vielfalt geht. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag für den Erhalt unserer vielfältigen Kulturlandschaften. Ihr Schutz ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. An vielen Orten ist die Zahl der Honig- und Wildbienen in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Deswegen müssen wir große Anstrengungen für die Verbesserung der Bienenweiden unternehmen und die Landschaft wieder bienen- und insektenfreundlicher gestalten.

Doch brauchen wir Imker auch die Unterstützung von Menschen, die im Beruf oder in ihrer Freizeit Landschaft mitgestalten.

Weinbauern haben die einzigartige Chance, blütenarme Phasen zu schließen und damit ein sogenanntes Blütenfließband zu gewährleisten. Daher wurden folgende Verbesserungsmöglichkeiten, im Weingut Triebl in den vorangegangen Jahren ergriffen.

Unsere Maßnahmen bietet nicht nur ein Nahrungsangebot für Honigbienen, sondern sie stellen darüber hinaus aufgrund ihrer ganz besonderen Standortverhältnisse auch für Wildbienen und andere Insekten prinzipiell wichtige Habitate dar. Rebstöcke sowie die Weinbergspfähle, aber auch Wegränder, bieten gute Nistmöglichkeiten für Wildbienen. Da wachsen dann unter anderem Marillen, Zwetschge, Mispel, Quitte und Pfirsichbäumchen und Ribiselsträucher oder ein Lavendelstreifen sowie eine Trockensteinmauer tragen an einem gesunden Weingarten bei. Da mittlerweile auf allen Rebflächen insektizidfrei und herbizidfrei gewirtschaftet wird. Auch durch eine falsche Dauerbegrünung die schon vorher gemulcht wird bevor es zum blühen kommt nützt den Bienen nichts. Die richtige Begrünung bietet nicht nur eine Verbesserung des Lebensraumes für viele Wildarten sowie Nützlinge des Weinbaus. Sie leistet darüber hinaus einen Beitrag zum Schutz vor Bodenerosion und zur besseren Befahrbarkeit auch bei ungünstiger Witterung. Dadurch haben wir unsere Begrünung im Weingarten umgestellt indem wir die Fahrgassen in den Weingärten so wenig wie möglich mulchen und wenn dann mit einer höhe von ca. 15 cm damit der Vegetationskegel verschiedener Gräser, Kräuter nicht zerstört werden und sich damit neu entfalten können. Dazu verwenden wir auch das Walzen der Fahrgassen so wird im Sommer die Begrünung geknickt damit können die verschiedenen Pflanzen noch ausreifen und der Samen wird vermehrt.
„In unseren Weingärten herrscht ein ganzjähriges Summen“, besonders in den Mittagsstunden summen Bienen und Hummeln, fliegen Schmetterlinge und andere Insekten von Blüte zu Blüte. Diese Nahrungsquelle würden besonders Imker begrüßen.

Daher gilt: wenn es irgendwie möglich ist, sollte die Fläche solange wie möglich stehen gelassen werden. Nachbarn mögen vielleicht anmerken, dass die Fläche etwas unordentlich aussieht, aber die Tierwelt freut sich darüber. Gesunde, fruchtbare Böden und eine intakte Natur sind für Familie Triebl die Grundlage ihres Erfolgs. Deshalb gehört die
Biodiversität im Weingarten im Sinne eines ausgewogenen Ökosystems zu den wichtigsten
Maßnahmen des Weinguts.

Der Stradenberg gehört zu den anerkannten Spitzenlagen des steirischen
Vulkanlandes. Die Weingartenlage Stradenberg ist die größte zusammenhängende
Weingartenlage in St. Anna/ Aigen wo das Weingut Triebl rund 10ha Weingärten bewirtschaftet und befindet sich im Europanaturschutzgebiet Nr. 14.

Ziele des Projekts:
a. Modellflächen in der Weinlandschaft anzulegen
b. Bewusstsein wecken und bilden für die Seltenheit bzw. Bedrohung von Blütenbesuchern
und hier insbesondere der Honigbiene in der modernen Agrarlandschaft.
c. Initiativen vorzeigen.
d. Die Lage Stradenberg soll ein Vorzeigeprojekt werden das es auch ohne Herbizide und
Insektizide funktioniert und andere Landwirte begeistern.
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